Erholung & Nebenwirkungen
Keloid
Ein Keloid ist eine ueberschiessende, hypertrophe Narbenbildung, die ueber die urspruengliche Wunde hinaus waechst. Sie entsteht durch eine pathologische Wundheilung mit ueberproduktion von Kollagen Typ III und ist relevant fuer aesthetische Patienten als Risikofaktor bei Eingriffen wie Microneedling, Laserbehandlungen und chirurgischen Naehten.
Dr. Hamza Gemici
Arzt — Medizinische Aesthetik
Pruefungsdatum:
Keloide sind eine wichtige Ueberlegung in der aesthetischen Medizin, weil sie das Risiko fuer einige Behandlungen erhoehen und besondere Vor- und Nachsorge erfordern. Dr. Hamza Gemici erhebt vor jeder invasiveren Behandlung eine ausfuehrliche Anamnese zur Keloid-Praedisposition.
Definition und Pathogenese
Ein Keloid ist eine ueberschiessende Narbe, die durch ueberproduktion von Kollagen Typ III und gestoerten Fibroblastenstoffwechsel entsteht. Im Gegensatz zu hypertrophen Narben, die auf die urspruengliche Wundflaeche begrenzt bleiben, waechst ein Keloid ueber den Wundrand hinaus.
Risikofaktoren
- Genetische Praedisposition: familiaere Haeufung
- Hauttyp: Fitzpatrick IV-VI deutlich erhoehtes Risiko
- Lokalisation: Brustbein, Schultern, Ohren, Kieferregion
- Wundtyp: chronische Reizung, Spannung
- Alter: Pubertaet bis 30 Jahre
- Schwangerschaft, Hormonveraenderungen
Aesthetische Relevanz
Bei Patienten mit Keloid-Anamnese ist Vorsicht geboten bei:
- Microneedling, vor allem mit RF
- Ablativen Lasertherapien (CO2, Erbium)
- Chemischen Peelings (mitteltief und tief)
- Chirurgischen Eingriffen
- Plasma-Therapien
- Piercings und kosmetische Tatauierungen
Praevention bei Risikopatienten
- Sorgfaeltige Anamnese und Familiengeschichte
- Probe-Behandlung an versteckter Stelle
- Verwendung nicht-ablativer statt ablativer Methoden
- Konservative Parameter
- Sorgfaeltige Wundnachsorge
- Silikon-Pflaster oder -Gel postprozedural
- Druckverbaende
Behandlungsmoeglichkeiten existierender Keloide
- Intralesionale Kortikosteroid-Injektion (Triamcinolon)
- 5-Fluorouracil intralesional
- Silikonbasierte Auflagen oder Gele
- Cryotherapie
- Laser (Vbeam, PDL, fraktionierter Laser - vorsichtig)
- Chirurgische Exzision (mit Rezidiv-Schutz wie Bestrahlung)
- Druckverbaende
Doktor-Kommentar
"Die Keloid-Anamnese ist eine der wichtigsten Fragen vor jeder invasiveren Behandlung. Bei Risikopatienten passe ich das Vorgehen an, verwende konservativere Methoden und bin besonders sorgfaeltig in der Nachsorge." - Dr. Hamza Gemici
Quellen
- Berman B et al. Keloids and Hypertrophic Scars
- Mustoe TA. International Clinical Recommendations on Scar Management
Häufig gestellte Fragen
Eine hypertrophe Narbe ist eine ueberschiessende Narbe, die auf die urspruengliche Wundflaeche beschraenkt bleibt und sich oft spontan ueber Monate zurueckbildet. Ein Keloid waechst ueber den Wundrand hinaus, bildet sich nicht spontan zurueck und kann ueber Jahre weiter wachsen. Beide haben gemeinsame Mechanismen, unterscheiden sich aber im klinischen Verlauf deutlich.
Risikofaktoren sind: dunkler Hauttyp (Fitzpatrick IV-VI), familiaere Keloid-Anamnese, bestimmte Lokalisationen (Brustbein, Schultern, Ohren), Alter zwischen Pubertaet und 30 Jahren. Bei Verdacht auf Praedisposition fragt Dr. Hamza Gemici detailliert nach frueheren Verletzungen, Operationsnarben und Piercings. Eine sorgfaeltige Anamnese ist essenziell.
Ja, mit Anpassungen. Bei Keloid-Risiko werden nicht-ablative oder weniger invasive Methoden bevorzugt. Microneedling kann gegebenenfalls mit konservativen Parametern erfolgen. Lasertherapien werden mit niedrigeren Energien getestet. Eine sorgfaeltige Nachsorge mit Silikonpflaster, Druckverbaenden und engmaschiger Kontrolle ist wichtig.
Die Standardtherapie ist intralesionale Injektion von Triamcinolon (Kortikosteroid), die in Serien wiederholt wird. Silikonpflaster oder -gele unterstuetzen die Behandlung. Bei groesseren Keloiden koennen 5-Fluorouracil, Cryotherapie oder Laser eingesetzt werden. Chirurgische Exzision wird nur mit Rezidivschutz (z.B. Bestrahlung, Steroidinfusion) durchgefuehrt, sonst kommt es haeufig zu Wiederauftreten.
Microneedling (vor allem mit RF), ablative Lasertherapien (CO2, Erbium), tiefe chemische Peelings, chirurgische Eingriffe und Piercings haben das hoechste Risiko. Botox und Filler-Injektionen sind in der Regel sicher, weil sie keine signifikante Wundheilung induzieren. IPL und nicht-ablative Laser haben ein geringeres Risiko als ablative.
Bei Risikopatienten sind Probebehandlungen an versteckter Stelle sinnvoll. Verwendung der konservativsten Parameter, sorgfaeltige Wundnachsorge mit Silikonpflastern oder -gelen, Druckverbaende bei chirurgischen Eingriffen und sehr enges Follow-up sind essenziell. Bei beginnender Keloidbildung wird sofort mit intralesionaler Steroid-Injektion gegengesteuert.
Sources and References
This content was prepared using the peer-reviewed sources below and medically reviewed by Dr. Hamza Gemici.
- 1.
- 2.Ud-Din S, Bayat A. Keloid Scarring: The Current State of Evidence-Based Management (2013) — International Journal of Molecular SciencesOpen source
- 3.Mustoe TA, et al.. International Scar Classification System (2002) — Plastic and Reconstructive SurgeryOpen source
- 4.Nast A, et al.. German/European Dermatologic Society Keloid Guidelines (2015) — Journal of the German Society of DermatologyOpen source
- 5.Arno AI, et al.. Scar Formation and Prevention: A Review of the Therapeutic Options (2014) — Advances in Wound CareOpen source
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