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Bücher/Natürliche und sichere Ästhetik/Füllung: Nicht Volumen, sondern Architektur
Kapitel 0814 Min. Lesezeit

Füllung: Nicht Volumen, sondern Architektur

Die richtige Philosophie der Hyaluronsäure-Füllstoffe: nicht das Auffüllen von Hohlräumen, sondern die Wiederherstellung des architektonischen Gleichgewichts des Gesichts.

Hauptideen in diesem Kapitel

  • Füllstoffe werden nicht zum Auffüllen, sondern zum Stützen verwendet.
  • Falsche Füllstoffe vergrößern das Gesicht; richtige Füllstoffe verschlanken das Gesicht.
  • Die Verwendung des richtigen Produkts, in der richtigen Tiefe, in der richtigen Menge sind die drei Schlüssel zu einem natürlichen Ergebnis.
Bakımlı bir yüz yakın çekimi — dolgu ile mimari denge
Bild:Die richtige Füllung sorgt für Gleichgewicht, nicht für Volumen.· Unsplash (lizenzfrei)

Die Philosophie der Füllung

Hyaluronsäure-basierte Füllstoffe gehören in den letzten zwanzig Jahren zu den am häufigsten verwendeten Werkzeugen in der ästhetischen Medizin. Dieser Aufstieg hat jedoch auch eine Nebenwirkung hervorgerufen: Bei einigen Ärzten und Kliniken werden Füllstoffe wie ein „Lack für ein pralles Aussehen“ verwendet, der auf die Haut gestreut wird. Dabei ist ein Füllstoff ein Rekonstruktionsmittel, das in tiefes Gewebe, strukturelle Unterstützung und architektonische Defizite eindringt.

Eine natürliche Füllung verleiht einem Gesicht keine Fülle; sie stellt die Unterstützung wieder her, die das Gesicht im Laufe der Zeit verloren hat. Deshalb stellt man sich beim Betrachten eines Fotos nicht die Frage „Hat er sich füllen lassen?“, sondern „Warum sieht er jünger aus?“. Wo diese Frage nicht gestellt wird, wurde die Füllung meist übertrieben.

Nicht oberflächlich, sondern strukturell

Der richtige Platz für eine Füllung liegt meist nicht unter der Linie, sondern an den tragenden Punkten des Gesichts. Wangenknochenstruktur, Kieferwinkel, Schläfenbereich, Mittelgesichtsunterstützung – das sind die Bereiche, in denen die Füllung eine „architektonische Linie“ zieht. Das direkte Auffüllen oberflächlicher Linien mag kurzfristig befriedigend erscheinen, führt aber langfristig dazu, dass das Gesicht leicht geschwollen und „überladen“ wirkt.

Deshalb ist meine klinische Präferenz: zuerst tiefe Unterstützung, dann oberflächliche feine Korrekturen. Eine unsachgemäß durchgeführte Füllung stört das natürliche Licht-Schatten-Gleichgewicht des Gesichts, ermüdet die Mimik und führt Jahre später zu einem schwer rückgängig zu machenden „Füllgesicht“.

Klinische Notiz:Die Entscheidung, die Lippen, Wangenknochen oder das Kinn eines Patienten aufzufüllen, sollte nicht anhand eines an diesem Tag aufgenommenen Fotos getroffen werden, sondern anhand eines Fotos, das 20 Jahre später aufgenommen wird. Diese Entscheidungsstunde ist die Aufmerksamkeitsstunde des guten Klinikers.

Produktauswahl und die Bedeutung der Rheologie

Füllprodukte unterscheiden sich in ihrer Konsistenz, der Dichte der Quervernetzung und ihrem elastischen Verhalten. Diese Eigenschaften, die wir „Rheologie“ nennen, bestimmen, für welchen Bereich das Produkt geeignet ist. Für die Lippen wird ein weiches, flüssiges Produkt bevorzugt; für die Wangenknochenunterstützung ein festes, formstabiles Produkt; für den Nasolabialbereich eine mittlere Viskosität.

Ein Produkt, das mit der falschen Rheologie in den falschen Bereich eingebracht wird, kann jahrelang sichtbare kugelförmige Schwellungen oder Knötchen hinterlassen. Die meisten dieser Fehler sind keine technischen Fehler, sondern Fehler bei der Produktauswahl. Das Wissen um das rheologische Profil jedes Produkts, das ich in der Klinik verwende, ist die halbe Miete der Behandlung.

  • Lippen – weiche, wasserbindende Produkte.
  • Wangenknochen – hochprojektive, formstabile Produkte.
  • Unter den Augen – leichte, nicht wasserziehende Spezialformeln.
  • Kieferlinie – feste, bodenstützende Produkte.
  • Hautqualität (Skinbooster) – geringe Quervernetzung, feuchtigkeitsorientierte Produkte.

Achtung:Dauerhafte Füllstoffe (Biopolymere, Silikon) hinterlassen in den meisten Fällen im Laufe der Jahre Granulome und Deformationen. Ich rate Ihnen, diese irreversiblen Eingriffe zu vermeiden.