Was ist das Ziel der Untersuchung?
Die prä-ästhetische Untersuchung hat drei Ziele: den Patienten kennenzulernen, das Gesicht zu analysieren und einen sicheren Plan zu erstellen. Den Patienten kennenzulernen bedeutet, seine Erwartungen, Motivationen, sein soziales Umfeld und seinen psychosozialen Zustand zu verstehen. Das Gesicht zu analysieren bedeutet, die Schichten, die Symmetrie, die Dynamik der Mimik und mögliche Risikobereiche zu kartieren. Ein sicherer Plan bedeutet, Entscheidungen wie Verfahren, Dosis, Reihenfolge und Zeitpunkt auf diesen beiden Informationen aufzubauen.
Das Brechen dieser Reihenfolge ist der Hauptgrund für Bedauern in der Ästhetik. In Kliniken, die nach dem Prinzip "zuerst die Behandlung, dann der Plan" arbeiten, bleiben die Ergebnisse erwartungsgemäß durchschnittlich. In Kliniken, die nach dem Prinzip "zuerst der Plan, dann die Behandlung" arbeiten, machen die Ergebnisse einen Unterschied.
Standard-Fotoprotokoll
Die Anwendung eines festen Fotoprotokolls für jeden Patienten ist eine der wertvollsten Gewohnheiten in der ästhetischen Medizin. Fotos, die mit neutraler Mimik, beim Lächeln, beim Stirnrunzeln; aus fünf grundlegenden Winkeln (frontal, Halbprofil, Profil) und unter fester Beleuchtung aufgenommen werden, bilden in den kommenden Jahren einen zuverlässigen Referenzpunkt sowohl für den Patienten als auch für den Arzt.
Das Foto ist gleichzeitig die Sprache der Kommunikation mit dem Patienten. Denn der Patient sieht beim Blick in den Spiegel ein dreidimensionales und bewegliches Gesicht; wir hingegen bewerten ein zweidimensionales und statisches Bild. Um diese beiden Ansichten an einem Punkt zusammenzuführen, ist das Fotoprotokoll unerlässlich.
Klinische Notiz:Ein Arzt, der Ihre Fotos nicht besitzt, kann die Transformation Ihres Gesichts im Laufe der Zeit nicht verfolgen. Die Dateiorganisation ist ein stiller Indikator für die klinische Qualität.
Anamnese und Kontraindikationen
Vor einem ästhetischen Eingriff wird eine vollständige Anamnese erhoben. Autoimmunerkrankungen, Schwangerschafts-/Stillzeit, Allergien, Antikoagulanzien-Einnahme, frühere Infektionen, bereits durchgeführte Eingriffe und verwendete Produkte werden unbedingt erfasst. Einige Zustände stellen absolute Kontraindikationen dar, andere werden in den Plan aufgenommen.
Aktive Infektionen, aktive Herpesläsionen, unkontrollierter Bluthochdruck, einige fortgeschrittene Autoimmunerkrankungen und eine Vorgeschichte von früheren permanenten Füllstoffen im Behandlungsbereich erfordern, dass wir einige Behandlungen verschieben oder eine völlig andere Strategie verfolgen.
- Schwangerschaft / Stillzeit — einige Eingriffe werden verschoben.
- Antikoagulanzien- oder Thrombozytenaggregationshemmer-Therapie — erhöht das Injektionsrisiko.
- Aktive Hautinfektion — verschiebt alle regionalen Eingriffe.
- Anamnese von Herpes labialis — prophylaktische antivirale Therapie wird empfohlen.
- Aktivierung einer Autoimmunerkrankung — erfordert eine klinische Entscheidung.
- Zuvor angewendete permanente Füllstoffe — sind in den meisten Fällen ein Hindernis für neue Eingriffe.
Achtung:Ein Arzt, der mit der Behandlung beginnt, ohne ein Formular auszufüllen und Ihre medizinische Vorgeschichte detailliert zu erfragen, arbeitet unter dem klinischen Standard.
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