Risiko ist immer vorhanden
Der ehrlichste Satz in der ästhetischen Medizin lautet: „Jeder Eingriff birgt Risiken.“ Dieser Satz soll den Patienten nicht erschrecken, sondern dient dem Erwartungsmanagement. Selbst eine gut durchgeführte Botox-Behandlung, eine gut durchgeführte Filler-Behandlung oder ein gut durchgeführtes Peeling kann mit geringer Wahrscheinlichkeit Nebenwirkungen hinterlassen. Diese Wahrscheinlichkeit als Null darzustellen, ist der größte Feind des Patientenvertrauens.
Aber das Risiko ist beherrschbar. Sterilisation, Produktauswahl, korrekte Technik, Patientenauswahl reduzieren das Risiko erheblich. Darüber hinaus sollte der Arzt für jeden Patienten ein Notfallprotokoll und einen Antidot-/Abbruchplan bereithalten. Hyaluronidase für Filler, Antihistaminika und Kortikosteroide für Reaktionen, Notfallausrüstung für Schock – jede Klinik sollte dieses Minimum bereithalten.
Die häufigsten Komplikationen
Blutergüsse und leichte Schwellungen nach Injektionen fallen in die Kategorie der „Nebenwirkungen“, die sich größtenteils innerhalb weniger Tage von selbst zurückbilden. Komplikationen sind jedoch anders: Granulome, Knötchen, Asymmetrie, Infektionen, vaskuläre Ereignisse (Gefäßverschluss). Am schwerwiegendsten ist die versehentliche intravaskuläre Injektion; eine seltene, aber ernste Situation. Daher ist es eine lebenswichtige Entscheidung, Filler-Injektionen von einem Arzt durchführen zu lassen, der die Anatomie kennt und Sicherheitspraktiken wie die Aspiration anwendet.
Nach Botox-Behandlungen sind Augenbrauenptosis, Lidptosis und Kraftasymmetrie bei niedriger Dosis und korrekter Injektionsstelle selten. Sie können jedoch auftreten und bilden sich meist innerhalb von 2-8 Wochen von selbst zurück. In dieser Zeit sollte der Patient mit dem Arzt in Kontakt bleiben; statt Panik sollte eine gezielte Nachsorge erfolgen.
Achtung:Ein intravaskulärer Filler-Unfall birgt ein lebensbedrohliches Risiko. Anzeichen wie plötzliche Farbveränderungen, starke Schmerzen oder das Auftreten eines neuen Flecks im Behandlungsbereich erfordern eine sofortige Beurteilung; warten Sie nicht.
Kommunikation – das beste Antidot gegen Komplikationen
Die erste Reaktion des Arztes bei einer Komplikation sollte nicht das Verbergen, sondern die transparente Kommunikation sein. Der Patient hat das Recht zu erfahren, wenn etwas schiefgeht. Verheimlichung ist sowohl medizinisch als auch ethisch und rechtlich falsch. Ein guter Arzt erklärt klar, was passiert ist, teilt den Managementplan mit, vereinbart einen Folgetermin und überweist bei Bedarf an einen zusätzlichen Spezialisten.
Auch der Patient sollte bei Wahrnehmung einer Komplikation sofort seinen Behandler kontaktieren. Der Gang in eine andere Klinik, die Beratung in sozialen Medien oder die Suche nach Ratschlägen im Internet ist Zeitverschwendung. Die goldene Stunde jeder Komplikation sind die ersten 24-48 Stunden.
- Blutergüsse – natürlich; verschwinden innerhalb von 7-14 Tagen.
- Schwellung – natürlich; nimmt innerhalb von 2-7 Tagen ab.
- Knötchen – durch Filler verursacht; mit Hyaluronidase behandelbar (für HA).
- Vaskuläres Ereignis – Notfallbehandlung; Goldstandard innerhalb von 24 Stunden.
- Infektion – Antibiotika + Drainage (falls erforderlich).
- Allergische Reaktion – Antihistaminika, bei Bedarf Kortikosteroide.
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