Was ist Glykation?
Wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt, neigen Glukosemoleküle dazu, sich willkürlich an jedes Protein zu heften, das ihnen in den Weg kommt. Dieser Prozess ist nicht enzymatisch, sondern eine chemische Reaktion. Zuerst bildet sich eine reversible Schiffsche Base, dann Amadori-Produkte und schließlich schwer umkehrbare AGEs (Advanced Glycation End Products). Kollagen ist eines der langlebigsten Proteine im Körper – es kann Jahre dauern. Daher ist Kollagen besonders anfällig für Glykation.
Glykiertes Kollagen wird steif, die Querverbindungen nehmen zu, die Elastizität geht verloren. Es nimmt ein gelblich-rosa Aussehen an; die Haut wird "matt, fühlt sich stahlhart an, die Widerstandsfähigkeit gegen Erschütterungen nimmt ab". Dies ist besonders bei Diabetikern ausgeprägt, sammelt sich aber auch bei gesunden Personen durch chronisch zuckerreiche Ernährung an.
Woher kommen AGEs?
AGEs gelangen auf zwei Wegen in die Haut: (1) von innen – endogene Bildung aufgrund hoher Blutzuckerwerte; (2) von außen – exogene AGEs in gebratenen, gerösteten, karamellisierten Lebensmitteln. Gegrilltes Fleisch, Pommes Frites, Karamell, weiße Backwaren sind AGE-reiche Lebensmittel. Kochen, Dämpfen, Eintöpfe sind AGE-arme Kochmethoden.
Achtung:Die Gewohnheit, Süßigkeiten zu essen, ist der "geheimste Alterungsfaktor" der Haut. Falten sind mit UV-Strahlung verbunden, aber ein matter, unattraktiver Hautton ist oft mit Glykation verbunden. In meiner Klinik sehen Patienten mit hohem Süßigkeitenkonsum oft älter aus, als sie sind.
Strategien zur Verlangsamung der Glykation
Ernährung: niedriger glykämischer Index, ballaststoffreich, ausgewogene Protein-Fett-Ernährung. Zwischenmahlzeiten mit Zucker (verpackte Kuchen, Fruchtjoghurts) sind die Hauptquelle für die AGE-Bildung. In Kombination mit Bewegung führt dieselbe Kohlenhydratmenge zu einem anderen Stoffwechselergebnis; Bewegung hält den Blutzucker stabil.
Topisch: Carnosin und Aminoguanidin sind in Studien als Wirkstoffe mit Anti-Glykations-Wirkung untersucht worden. Niacinamid reduziert die AGE-Bildung. Einige Antioxidantien (insbesondere Alpha-Liponsäure) bieten indirekten Schutz.
Systemisch: Nahrungsergänzungsmittel wie B1 (Benfotiamin), Pyridoxamin (ein B6-Derivat) wurden bei Diabetikern zur Senkung von AGEs untersucht; in der ästhetischen Praxis werden sie begrenzt eingesetzt, können aber unter ärztlicher Aufsicht wertvoll sein.
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