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Bücher/Hautlanglebigkeit: Das biologische Alter der Haut steuern/Hormone, Menopause und Haut: Die Sprache des Östrogenmangels
Kapitel 1710 Min. Lesezeit

Hormone, Menopause und Haut: Die Sprache des Östrogenmangels

Östrogen ist einer der stärksten endogenen Unterstützer der Haut. Dieser Abschnitt erklärt, wie sich die Haut vor und nach der Menopause verändert, die Entscheidung für eine Hormonersatztherapie (HRT) und spezielle Ansätze für die menopausale Haut.

Hauptideen in diesem Kapitel

  • Östrogen unterstützt die Kollagensynthese, die HA-Produktion und die Hautbarriere; bei Mangel fallen alle drei ab.
  • In den ersten 5 Jahren nach der Menopause können bis zu 30 % des Hautkollagens verloren gehen.
  • HRT (Hormonersatztherapie) ist umstritten, aber bei richtiger Indikation wertvoll für die Haut und die systemische Gesundheit.

Östrogen und Haut

Hautzellen – insbesondere Fibroblasten, Keratinozyten, Melanozyten – tragen Östrogenrezeptoren. Östrogen stimuliert Fibroblasten zur Produktion von Kollagen und Hyaluronsäure. Hautdicke, Feuchtigkeitsspeicherkapazität und Elastizität variieren lebenslang in Abhängigkeit vom Östrogenspiegel. Während der Perimenopause (5-10 Jahre vor der Menopause) nehmen die Östrogenschwankungen zu; nach der Menopause kommt es zu einem schnellen und dauerhaften Abfall.

Klinisches Bild der menopausalen Haut

Bei menopausaler Haut treten vier typische Veränderungen auf: (1) Kollagenverlust (bis zu 30 % in den ersten 5 Jahren); (2) Trockenheit – die HA-Produktion sinkt, der TEWL steigt; (3) Elastizitätsverlust – insbesondere das Gesichtsoval wird weicher; (4) Pigmentierungsveränderungen – melasmaähnliche Flecken können deutlicher werden.

Zusätzlich treten in dieser Zeit auch Veränderungen an den Schleimhäuten auf – vaginale Atrophie, trockene Augen. Dies sind Themen, die auch von nicht-dermatologischen Fachgebieten behandelt werden.

HRT-Entscheidung

Die HRT (Hormonersatztherapie) wurde nach der Veröffentlichung der WHI-Studie im Jahr 2002 stark reduziert. In den folgenden Jahren zeigte jedoch eine Neubewertung der Daten, dass insbesondere eine frühe Menopause (um das 50. Lebensjahr) und ein schneller Beginn der HRT positive Auswirkungen auf das kardiovaskuläre Risiko und sehr begrenzte Auswirkungen auf das Krebsrisiko hatten. Die Konsensberichte von 2022-2024 haben die HRT teilweise rehabilitiert.

Die HRT-Entscheidung wird mit einem Gynäkologen oder Endokrinologen getroffen; ein ästhetischer Arzt kann diese Entscheidung nicht allein treffen. Es wird jedoch beobachtet, dass die Hautreaktion bei Patienten, die HRT anwenden, im Hinblick auf die ergänzende ästhetische Pflege schneller ist. Bei Patienten, die keine HRT anwenden, sind topische östrogenhaltige Cremes (mit Phytoöstrogenen) ein alternativer Ansatz.

Klinische Notiz:Retinoide und topische östrogenähnliche Wirkstoffe (Genistein, Resveratrol), die in der Perimenopause begonnen werden, können die Hautverluste nach der Menopause signifikant reduzieren. Auch die in dieser Zeit begonnene Anwendung von Skin Boostern ist besonders wertvoll.