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Bücher/Hautlanglebigkeit: Das biologische Alter der Haut steuern/Topische Wirkstoffe: Biochemie von Retinoiden, Peptiden, AHA/BHA
Kapitel 1213 Min. Lesezeit

Topische Wirkstoffe: Biochemie von Retinoiden, Peptiden, AHA/BHA

Das Wort „Wirkstoff“ auf der Verpackung ist oft Marketing. Dieser Abschnitt beschreibt Wirkstoffe mit echten Beweisen, ihre Konzentrationen und wie man sie richtig schichtet.

Hauptideen in diesem Kapitel

  • Retinoide (Retinol, Retinal, Tretinoin) sind das stärkste einzelne topische Mittel gegen Hautalterung.
  • Peptide sind „Signalmoleküle“ – sie geben Zellen spezifische Befehle; die meisten sind Marketing, einige (Matrixyl, Argireline) sind bewiesen.
  • AHA (Glykol-, Milch-) wirkt auf der Oberfläche; BHA (Salicyl-) wirkt in den Poren; 2-3 Mal pro Woche ist ideal.

Retinoide: der Goldstandard

Retinoide ist der Oberbegriff für Vitamin-A-Derivate. Vom schwächsten zum stärksten: Retinylpalmitat < Retinol < Retinaldehyd (Retinal) < Adapalen < Tretinoin (Retinsäure) < Tazaroten. Tretinoin und Tazaroten sind verschreibungspflichtig; in der Türkei ist Tretinoin leicht zugänglich, Tazaroten schwierig. Retinol und Retinal sind rezeptfrei erhältlich.

Retinoide binden an Rezeptoren im Zellkern und verändern die Expression von etwa 500 Genen. Sie erhöhen die Kollagensynthese, verteilen Melanosomen (hellen Flecken auf), bringen Keratinozyten in einen regelmäßigeren Erneuerungsprozess und reduzieren die Talgproduktion. Die Wirkung beginnt nach 3-4 Wochen und wird nach 3-6 Monaten deutlich.

Achtung:Zu Beginn der Retinoidanwendung gibt es eine Anpassungsphase, die als "Retinisierung" bezeichnet wird – Rötungen, Schuppenbildung, vorübergehende Aknezunahme. Das ist normal. Wenn man mit einer niedrigen Konzentration 2-3 Mal pro Woche beginnt und diese schrittweise erhöht, wird der Prozess milder.

Peptide: Signalmoleküle

Peptide sind kurze Aminosäureketten; sie binden an bestimmte Rezeptoren in der Haut und geben spezifische Befehle. Die wichtigsten sind: Matrixyl (Palmitoyl-Pentapeptid-4) löst die Kollagensynthese aus; Argireline (Acetyl-Hexapeptid-8) mildert Muskelkontraktionen auf Oberflächenebene – der Ausdruck "topisches Botox" ist übertrieben, aber es gibt eine kleine Wirkung; Kupferpeptide (GHK-Cu) unterstützen die Wundheilung.

Das Hauptproblem von Peptiden ist ihre Molekülgröße; es ist schwierig für sie, die Hornschicht zu durchdringen. In guten Formulierungen werden Penetrationsverstärker (liposomaler Transport, geformte Moleküle) verwendet.

AHA/BHA/PHA – Säureklassen

AHA (Alpha-Hydroxysäuren): Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure, Amygdalinsäure. Sie wirken an der Oberfläche, lockern Keratinozyten und sorgen für eine glattere Oberfläche. Sie sind wirksam bei Flecken und feinen Linien. Konzentration: 5-15 % für den Heimgebrauch; 30 %+ für klinische Peelings.

BHA (Beta-Hydroxysäure, Salicylsäure): fettlöslich, dringt in die Poren ein. Sie ist führend bei Akne, Mitessern und Talgproblemen. 2 % täglich, 20-30 % professionelles Peeling.

PHA (Polyhydroxysäuren, wie Gluconolacton): größere Moleküle, sanftere Wirkung, geeignet für empfindliche Haut.

Morgenroutine: Schild

  • Sanfte Reinigung (pH 5)
  • C+E+Ferulasäure Antioxidans-Serum
  • Niacinamid (optional)
  • Feuchtigkeitscreme
  • LSF 50 (unverzichtbar)

Abendroutine: Reparatur

  • Make-up + LSF-Entfernung (zweistufig)
  • Peptidserum (optional)
  • Retinoid (3-5 Nächte pro Woche)
  • Reparierende Feuchtigkeitscreme
  • An retinoidfreien Nächten: AHA/BHA