UV-Spektrum: UVA, UVB, UVC
Etwa 95 % des UV-Lichts, das von der Sonne die Erdoberfläche erreicht, ist UVA, 5 % ist UVB. UVC wird in der Ozonschicht blockiert und kommt überhaupt nicht mit der Haut in Kontakt (soweit es von der Sonne kommt). UVB hat eine kurze Wellenlänge, dringt in die Epidermis und obere Dermis ein und ist für Sonnenbrand und die meisten Hautkrebsarten verantwortlich. UVA hat eine lange Wellenlänge, dringt tiefer ein und ist der eigentliche Hautalterungsfaktor. UVA kann Glas, Wolken und Schatten durchdringen – daher wirkt es auch bei bewölktem Wetter.
Mechanismus der Photoalterung
UV lässt die Haut auf drei Hauptwegen altern. Erstens, direkter DNA-Schaden: UVB-Wellenlängen erzeugen "Thymin-Dimere" in der DNA; wenn diese Schäden nicht repariert werden können, stirbt die Zelle entweder ab oder Mutationen häufen sich an. Zweitens, Produktion freier Radikale: UVA erzeugt reaktive Sauerstoffspezies (ROS) in Hautzellen; diese Moleküle greifen Lipide, Proteine und DNA an. Drittens, Aktivierung von Matrix-Metalloproteinasen (MMP): UV stimuliert Fibroblasten zur Sekretion von Kollagen-abbauenden Enzymen; die Synthese von neuem Kollagen nimmt ebenfalls ab.
Wenn diese drei Mechanismen zusammenwirken, kann eine 10-jährige kontinuierliche UV-Exposition die Haut um 10-15 Jahre zusätzlich altern lassen. Klassische Studie: Ein Zwilling war übermäßiger Sonneneinstrahlung ausgesetzt, der andere nicht – der Unterschied kann einen Altersunterschied von 20-30 Jahren im Aussehen ausmachen.
Blaues Licht (HEV) und digitales Leben
HEV – hochenergetisches sichtbares Licht – ist sichtbares Licht im blauen und violetten Bereich. Es kommt von Bildschirmen, LED-Beleuchtung und dem Tageslicht selbst. Studien der letzten 10 Jahre zeigen, dass HEV die Melanogenese (Pigmentierung) auslöst und insbesondere bei dunklen Hauttypen die Fleckenbildung verstärkt. Einem modernen Patienten, der den ganzen Tag auf das Telefon schaut, insbesondere wenn eine Melasma-Vorgeschichte (Schwangerschaftsflecken) vorliegt, wird empfohlen, auf einen LSF mit HEV-Schutz umzusteigen (Eisenoxid- oder pigmentierte mineralische LSFs).
Missverständnisse über LSF
Der Satz "Es gibt keinen Unterschied zwischen LSF 50 und LSF 30" ist ein Mythos, den ich in meiner Klinik oft höre. Oberflächlich betrachtet ist der prozentuale Unterschied gering (97 % vs. 98 %), aber dieser 1 %-Unterschied akkumuliert sich über Stunden und erzeugt einen messbaren Schutzunterschied. Außerdem trägt kein Benutzer die empfohlene Menge (2 mg/cm²) vollständig auf; die meisten von uns tragen die Hälfte oder weniger auf. LSF 50 absorbiert diesen realen Mangel.
Neben der Wahl des LSF ist auch der UVA-Schutz wichtig. Wenn PA+++, PA++++ oder das europäische "UVA-Kreislogo" vorhanden sind, ist der UVA-Schutz ausreichend. Amerikanische Produkte haben das Etikett "broad spectrum", aber der UVA-PF-Wert wird nicht angegeben – europäische Produkte sind in dieser Hinsicht transparenter.
Checkliste für die tägliche LSF-Anwendung
- LSF ist der letzte Schritt der Morgenpflege – nach den Wirkstoffen, vor dem Make-up
- Es sollte eine Menge von etwa zwei Fingerlängen (ca. 1 ml für das Gesicht) aufgetragen werden
- Ohrenränder, Halsvorderseite, Handrücken nicht vergessen
- Nachmittags erneut auftragen – nach 4-5 Stunden mit Puder-/Spray-LSF
- Bei viel Bildschirmzeit sollte ein eisenoxidhaltiger LSF bevorzugt werden
- LSF muss abends unbedingt gereinigt werden – darauf zu schlafen stört das Mikrobiom
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