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Bücher/Gesichtsästhetik: Die Anatomie natürlicher Ergebnisse/Lippenproportionen und natürliche Lippenfüller
Kapitel 0911 Min. Lesezeit

Lippenproportionen und natürliche Lippenfüller

Lippenfüller sind eine der beliebtesten ästhetischen Behandlungen; gleichzeitig aber auch eine der am häufigsten falsch durchgeführten. Dieser Abschnitt erklärt die natürlichen Lippenproportionen, die „Entenlippen“-Falle und was für einen qualitativ hochwertigen Lippenfüller erforderlich ist.

Hauptideen in diesem Kapitel

  • Bei jungen Lippen beträgt das Verhältnis Oberlippe zu Unterlippe etwa 1:1,6; dieses Verhältnis sollte beibehalten werden.
  • Der Amorbogen und die Philtrumsäulen sind die „Signaturpunkte“ der Lippe – sie sollten nicht ausgelöscht werden.
  • Bei Lippenfüllern ist „mehr ist besser“ nicht der Fall; das Volumen sollte zum Gesichtstyp passen.

Anatomische Teile der Lippe

Die Lippe besteht aus mehreren Teilen: (1) Vermilion – die pigmentierte Schleimhautoberfläche; (2) Amorbogen – die „Herzchen“-Wölbung in der Mitte der Oberlippe; (3) Philtrumsäulen – zwei parallele Linien, die von der Oberlippe zur Nase verlaufen; (4) Vermilion-Grenze – die Grenze zwischen pigmentiert und unpigmentiert; (5) Wet Line – die innere Schleimhautgrenze der Lippe. Jeder Teil ist ein Bestandteil der natürlichen Lippenarchitektur; diese Linien sollten beim Hinzufügen von Volumen nicht verloren gehen.

Ideales Verhältnis

Studien an der weißen amerikanischen Bevölkerung haben gezeigt, dass das Verhältnis Oberlippe:Unterlippe bei jungen Lippen etwa 1:1,6 beträgt. Bei Populationen ostasiatischer und afrikanischer Herkunft kann dieses Verhältnis variieren. Wichtig ist, ein Verhältnis zu wählen, das zu den eigenen Gesichtsproportionen des Patienten passt; „der individuelle goldene Schnitt“ statt „der Standard-Schönheits-Schnitt“.

Die „Entenlippen“-Falle

Übermäßiges Volumen, insbesondere Füllmaterial, das über die Vermilion-Grenze hinausragt, erzeugt ein unnatürliches Aussehen, das als „Entenlippen“ bezeichnet wird. Dies ist oft das Ergebnis von Injektionen, die „geschleppt“ werden und nicht in, sondern außerhalb der Schleimhaut platziert werden. Selbst bei jungen Patienten vermittelt dieses Aussehen einen Eindruck von Alterung – weil es unnatürlich ist.

Prinzipien der natürlichen Lippenfüllung

Erstens: Die Philtrumsäulen müssen sichtbar bleiben. Zweitens: Der Amorbogen muss erhalten oder leicht betont werden. Drittens: Das Volumen muss von der inneren Schleimhaut nach außen platziert werden, nicht über die äußere Grenze hinaus. Viertens: Das Verhältnis Oberlippe:Unterlippe muss ausgeglichen sein. Fünftens: Wenn 1 ml ausreicht, sollten nicht 2 ml verwendet werden – Konservativität zahlt sich bei jeder Sitzung aus.

Checkliste für eine hochwertige Lippenfüllung

  • Amorbogen erhalten/und betont
  • Philtrumsäulen sichtbar
  • Vermilion-Grenze scharf, nicht verschwommen
  • Seitenprofil natürlich, nicht übermäßig hervorstehend
  • Oberlippe:Unterlippe-Verhältnis passend zu Alter und Gesicht des Patienten
  • Keine Asymmetrie beim Sprechen/Lächeln