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Bücher/Gesichtsästhetik: Die Anatomie natürlicher Ergebnisse/Karte der Fettpolster: Die wahre Stützarchitektur des Gesichts
Kapitel 0210 Min. Lesezeit

Karte der Fettpolster: Die wahre Stützarchitektur des Gesichts

Das Gesichtsvolumen besteht nicht nur aus Skelett und Muskeln, sondern auch aus adipösen (Fett-)Polstern. Dieser Abschnitt kartiert die Fettpolster im Gesicht und erklärt, welches Polster welcher Eigenschaft des jungen Gesichts entspricht.

Hauptideen in diesem Kapitel

  • Es gibt über 15 definierte Fettpolster im Gesicht; jedes hat seine eigene Funktion.
  • Die „Glätte“ des jungen Gesichts resultiert aus der harmonischen Anordnung der Fettpolster zueinander.
  • Mit dem Alter schmelzen einige Polster, andere rutschen ab – diese beiden unterschiedlichen Probleme erfordern unterschiedliche Lösungen.

Oberflächliche und tiefe Fettpolster

Das Fettgewebe im Gesicht besteht aus zwei Schichten: einer oberflächlichen (subkutanen) und einer tiefen (subSMAS) Schicht. Das oberflächliche Fett ist in der Regel keine glatte und durchgehende Schicht, sondern separate Kompartimente, die durch Septen voneinander getrennt sind. Das tiefe Fett hingegen liegt unter dem SMAS, näher am Knochen, und dient als "strukturelle Unterstützung".

Kompartimente des Mittelgesichts

Die Hauptpolster im Mittelgesicht sind: Nasolabial Fat Pad (in der Nasolabialfalte), Medial Cheek Fat, Middle Cheek Fat, Lateral Cheek Fat. Außerdem gibt es das tiefe Deep Medial Cheek Fat (DMCF) – dieses Polster sorgt für das Volumen der Apfelwangen eines jungen Gesichts. Der Ristow-Raum ist ein kleines tiefes Polster um den Nasenrand; eine kleine Füllung, die hier platziert wird, verleiht dem Mittelgesicht ein dramatisches Volumen.

Schläfenbereich und Augenpartie

Das Fett in den Schläfen (temporal fat pad) ist ein Polster mit hohem Schmelzrisiko. Wenn es schmilzt, entsteht ein "eingefallenes Schläfen"-Aussehen, und das Gesicht wirkt dadurch älter. Um die Augen herum befinden sich die infraorbitalen (unter den Augen), malaren und SOOF (suborbicularis oculi fat) Polster. Die "tear trough" (Tränenrinne) unter den Augen entsteht durch das Dünnerwerden und Verrutschen dieser Polster.

Untergesicht und Kinn

Jowl (Hängebäckchen) ist eigentlich das Ergebnis des Herabsinkens von oberflächlichem Fett zusammen mit dem Verlust des SMAS – wenn dieses Absinken an einem festen Band (mandibuläres Ligament) hängen bleibt, entsteht vor diesem Punkt eine Vertiefung und dahinter eine Wölbung. Das Verschwinden der Kinnlinie ist das Bild dieses Mechanismus.

Klinische Notiz:Beim Auffüllen ist es wichtig, nicht in das "Polster", sondern in dessen "tiefe Verankerung" zu injizieren. Oberflächliche Injektionen bewirken eine vorübergehende Verbesserung; Injektionen an tiefen Verankerungspunkten bieten eine strukturelle Unterstützung, die Jahre anhalten kann.