Oberflächliche und tiefe Fettpolster
Das Fettgewebe im Gesicht besteht aus zwei Schichten: einer oberflächlichen (subkutanen) und einer tiefen (subSMAS) Schicht. Das oberflächliche Fett ist in der Regel keine glatte und durchgehende Schicht, sondern separate Kompartimente, die durch Septen voneinander getrennt sind. Das tiefe Fett hingegen liegt unter dem SMAS, näher am Knochen, und dient als "strukturelle Unterstützung".
Kompartimente des Mittelgesichts
Die Hauptpolster im Mittelgesicht sind: Nasolabial Fat Pad (in der Nasolabialfalte), Medial Cheek Fat, Middle Cheek Fat, Lateral Cheek Fat. Außerdem gibt es das tiefe Deep Medial Cheek Fat (DMCF) – dieses Polster sorgt für das Volumen der Apfelwangen eines jungen Gesichts. Der Ristow-Raum ist ein kleines tiefes Polster um den Nasenrand; eine kleine Füllung, die hier platziert wird, verleiht dem Mittelgesicht ein dramatisches Volumen.
Schläfenbereich und Augenpartie
Das Fett in den Schläfen (temporal fat pad) ist ein Polster mit hohem Schmelzrisiko. Wenn es schmilzt, entsteht ein "eingefallenes Schläfen"-Aussehen, und das Gesicht wirkt dadurch älter. Um die Augen herum befinden sich die infraorbitalen (unter den Augen), malaren und SOOF (suborbicularis oculi fat) Polster. Die "tear trough" (Tränenrinne) unter den Augen entsteht durch das Dünnerwerden und Verrutschen dieser Polster.
Untergesicht und Kinn
Jowl (Hängebäckchen) ist eigentlich das Ergebnis des Herabsinkens von oberflächlichem Fett zusammen mit dem Verlust des SMAS – wenn dieses Absinken an einem festen Band (mandibuläres Ligament) hängen bleibt, entsteht vor diesem Punkt eine Vertiefung und dahinter eine Wölbung. Das Verschwinden der Kinnlinie ist das Bild dieses Mechanismus.
Klinische Notiz:Beim Auffüllen ist es wichtig, nicht in das "Polster", sondern in dessen "tiefe Verankerung" zu injizieren. Oberflächliche Injektionen bewirken eine vorübergehende Verbesserung; Injektionen an tiefen Verankerungspunkten bieten eine strukturelle Unterstützung, die Jahre anhalten kann.
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