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Bücher/Gesichtsästhetik: Die Anatomie natürlicher Ergebnisse/Augenpartie: Tränenrinne und periorbitale Verjüngung
Kapitel 0611 Min. Lesezeit

Augenpartie: Tränenrinne und periorbitale Verjüngung

Die Augenpartie ist der empfindlichste und ausdrucksstärkste Bereich des Gesichts. Dieser Abschnitt erklärt die anatomischen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Augenringen, Vertiefungen und Tränensäcken.

Hauptideen in diesem Kapitel

  • Augenringe sind in der Regel ein Schatten, der durch anatomische Tiefe entsteht – keine Pigmentierung.
  • Die Tränenrinnenfüllung ist eine empfindliche Anwendung; bei falscher Ausführung entsteht der Tyndall-Effekt (blaue Farbe).
  • Tränensäcke sind in der Regel eine chirurgische Indikation; Füllstoffe können Tränensäcke kaschieren, aber nicht behandeln.

Drei Ursachen für Schatten unter den Augen

Dunkle Augenringe sind eine Mischung aus drei verschiedenen Dingen: (1) anatomischer Schatten – die Tiefe der Tränenrinne absorbiert Licht; (2) vaskuläre Pigmentierung – die dünne Haut lässt die darunterliegenden Gefäße farblich an die Oberfläche scheinen; (3) echte Pigmentierung – Melaninansammlung. Bei den meisten Patienten treten diese drei Faktoren zusammen auf, und die Behandlung zielt auf alle drei ab.

Das Tränenrinnenband

Im Bereich unter den Augen ist das Tränenrinnenband ein fibröses Band, das als Orbicularis-Retentionsband bekannt ist. Die Verbindung der Haut mit dem Knochen durch dieses Band erzeugt selbst bei jungen Gesichtern eine leichte Furche. Mit zunehmendem Alter rutscht das darüberliegende malare Fettpolster ab, der darunterliegende Knochen zieht sich zurück, und die Furche wird zu einer ausgeprägten Vertiefung.

Achtung:Die Tränenrinnenfüllung ist ein hybrider Bereich: Die Haut ist dünn, die vaskuläre Struktur dicht, die Anatomie komplex. Das falsche Produkt in den falschen Händen kann ernsthafte Risiken im Gesicht verursachen – Tyndall-Effekt (bläuliches Aussehen), Knötchenbildung, Ödeme, manchmal vaskuläre Schäden. Dieser Bereich sollte von sehr erfahrenen Ärzten behandelt werden; vorzugsweise mit HA-basierten Produkten mit geringer Hydrophilie (wenig Schwellung).

Kombinierter Ansatz statt klassischer Füllung

Die Tränenrinne wird bei manchen Patienten allein mit Füllstoffen behandelt, bei anderen mit einem kombinierten Ansatz (malarer Füllstoff + geringes Volumen in der Tränenrinne + Mesotherapie/PRP zur Hauttextur). Die Beurteilung erfolgt patientenindividuell – es gibt keine Einheitsformel. Wenn die Pigmentierung dominant ist, sollte diese zuerst behandelt werden; wenn die anatomische Vertiefung dominant ist, wird zuerst die malare Unterstützung gegeben, und dann wird die Tränenrinne bei Bedarf sehr vorsichtig aufgefüllt.

Tränensäcke und die Entscheidung für eine Operation

Wenn das orbitale Fettpolster nach vorne herniert, entstehen "Tränensäcke"; dies ist eine chirurgische Indikation. Die transkonjunktivale Blepharoplastik – die Verkleinerung oder Neupositionierung des Fettpolsters vom inneren Augenlid aus, ohne einen äußeren Schnitt am Auge – ist die häufigste Operation im Augenbereich. Füllstoffe "verstecken" diese Tränensäcke manchmal – aber sie behandeln sie nicht; für eine korrekte Diagnose sollte ein erfahrener Arzt im Bereich der Augenpartie konsultiert werden.