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Kapitel 0111 Min. Lesezeit

Gesichtsanatomie: Die grundlegende Karte der ästhetischen Praxis

Das Gesicht ist eine mehrschichtige Struktur, die aus Haut, Muskeln, Fettpolstern, Skelett, Gefäßen und Nerven besteht. Dieser Abschnitt erklärt in Patientensprache, welche Schicht welche Funktion hat und warum ein ästhetischer Arzt alle kennen muss.

Hauptideen in diesem Kapitel

  • Im Gesicht gibt es 5 Hauptanatomieschichten: Haut, oberflächliches Fett, SMAS, tiefes Fett, Skelett.
  • Das Altern erfolgt in jeder Schicht unterschiedlich schnell; die Intervention sollte schichtspezifisch sein.
  • Ein Arzt, der die Gefäß-Nerven-Karte nicht kennt, gefährdet die Patientensicherheit.
Tıbbi anatomi çalışması — yüz yapısı
Visuell:Gesichtsästhetik kann nicht durchgeführt werden, ohne die Schichten zu verstehen.· Unsplash (lizenzfrei)

Fünfschichtiges Gesicht

In der modernen ästhetischen Anatomie wird das Gesicht in fünf Schichten unterteilt: (1) Haut; (2) oberflächliche Fettpolster (subkutanes Fett); (3) SMAS (Superficial Musculoaponeurotic System – mimische Muskeln und die sie bedeckende fibröse Schicht); (4) tiefe Fettpolster; (5) Knochengerüst mit Periost. Jede Schicht altert mit ihrer eigenen Zeitplanung.

Tiefe Fettpolster (z. B. tiefes mediales Wangenfett, Ristow-Raum), die im jungen Gesicht verborgen bleiben, rutschen oder erschöpfen sich mit dem Altern – dies ist die Hauptursache für das entleerte Aussehen des Mittelgesichts. Oberflächliches Fett schmilzt langsamer, neigt aber zum "Absacken"; es vertieft die Nasolabialfalte.

SMAS: das innere Aufhängungssystem des Gesichts

Die SMAS-Schicht ist ein fibröses Netzsystem, das unter der Haut liegt, die Gesichtsmuskeln bedeckt und über Bänder nach unten mit dem Knochen verbunden ist. Die Erschlaffung oder das Verrutschen dieses Systems ist eines der wichtigsten äußeren Anzeichen des Alterns – mit zunehmendem Alter "fließt" das Gesicht nach unten. HIFU, RF und chirurgisches Facelift sind Verfahren, die in diese Schicht eingreifen.

Gefäß-Nerven-Karte

Das Gesicht wird vaskulär von zwei Hauptarterien versorgt: der Gesichtsarterie, einem Ast der externen Halsschlagader, und der Augenarterie, einem Ast der internen Halsschlagader. Die Anastomose (Verbindungsstelle) dieser beiden Systeme befindet sich in der Glabella-Region – eine falsche Füllung in der Glabella kann zu einem Rückstau in die die Augen versorgenden Arterien führen und Blindheit verursachen. Daher ist die Glabella-Anatomie ein Wissen, das jeder ästhetische Arzt für sein Fachgebiet auswendig kennen sollte.

Nervlich innerviert der siebte Hirnnerv (Gesichtsnerv) alle mimischen Muskeln. Er verläuft oberflächlich in der Nähe des Stensen-Kanals vor der Wange – wenn die Tiefeneinstellung an diesen Stellen falsch ist, besteht das Risiko einer vorübergehenden Gesichtslähmung.

Achtung:Es gibt keine "sichere Zone" im Gesicht; jede Region hat ihre eigenen Risiken. Nasolabial-, Glabella-, Temporal- und periorale Bereiche sind besonders Hochrisikozonen. Die Verwendung von Kanülen und eine Technik mit sehr niedrigem Druck reduzieren die meisten dieser Risiken erheblich.

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Dieses Kapitel ist der Ausgangspunkt des Buches.