Primäre und sekundäre Hyperhidrose
Hyperhidrose ist definiert als übermäßiges Schwitzen, das weit über den Bedarf der Thermoregulation hinausgeht. Es gibt zwei Haupttypen: primäre (idiopathische, unbekannter Ursache) und sekundäre (auf eine andere Krankheit zurückzuführen). Die primäre Hyperhidrose beginnt in der Regel in jungen Jahren, ist symmetrisch und regional (Achselhöhlen, Hände, Füße, Gesicht), und eine familiäre Vorgeschichte ist häufig. Die sekundäre Hyperhidrose geht mit generalisiertem Schwitzen, Nachtschweiß und anderen Symptomen einher; Ursachen wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Infektionen und Medikamentennebenwirkungen werden untersucht.
Botox ist wirksam bei primärer Hyperhidrose. Bei sekundärer Hyperhidrose wird zuerst die zugrunde liegende Krankheit behandelt; danach wird Botox für die verbleibenden Symptome in Betracht gezogen.
Wirkmechanismus
Schweißdrüsen funktionieren, ähnlich wie Mimikmuskeln, durch Acetylcholin-Signale. Da Botox die Freisetzung von Acetylcholin an der Nervenendigung blockiert, stoppt es die Stimulation der Schweißdrüse. Das Signal, das die Drüse erreicht, wird unterdrückt, nicht der Muskel. Die Schweißdrüse verschwindet nicht, sie erhält nur keine Nachrichten; daher ist die Wirkung reversibel und hält etwa 6-9 Monate an.
Die häufigste Aussage meiner Patienten nach der Hyperhidrose-Behandlung in meiner Klinik ist: „Ich habe angefangen, meine T-Shirts zu tragen, ohne sie wegwerfen zu müssen.“ Die Verhaltensänderung im sozialen Leben ist sehr ausgeprägt – tägliche Einschränkungen wie die Notwendigkeit, dunkle Kleidung zu tragen, das Vermeiden von Händeschütteln und das Zögern, die Arme zu heben, verschwinden.
Alltag (vor der Behandlung)
- Zwang zu dunkler und dicker Kleidung
- Kleiderwechsel während des Tages
- Vermeiden von Händeschütteln
- Zwang zum Toilettengang vor Besprechungen
- Angst vor schlechtem Geruch und intensive Verwendung von Deodorant
Alltag (nach der Behandlung)
- Komfort von heller und dünner Kleidung
- Ein Outfit den ganzen Tag
- Normalisierung des Händeschüttelns
- Leichte Schweißkontrolle nach dem Sport
- Natürliches Geruchsgleichgewicht
Anwendungstechnik
Achselhöhle: Jede Seite wird mit 50 Einheiten (insgesamt 100 Einheiten) auf etwa 20-30 Punkte verteilt. Der schwitzende Bereich wird zuerst mit Jod-Stärke (Minor-Test) kartiert. Die Nadel ist oberflächlich und wird an der Dermis-Subkutan-Grenze platziert. Die Anwendung an den Handflächen ist schmerzhafter; sie wird mit Lokalanästhesieblöcken oder topischer Anästhesie durchgeführt. Die Fußsohlen sind ähnlich.
Die Anwendung an der Stirn erfordert mehr Vorsicht: Eine Ausbreitung auf den Frontalismuskel kann zu einem Herabhängen der Augenbrauen führen. Daher werden die Injektionen sehr oberflächlich und in kleinen Dosen (insgesamt 15-25 Einheiten) durchgeführt.
Wirkungsdauer und Wiederholung
Die Wirkung setzt nach 3-7 Tagen ein und ist nach 2 Wochen vollständig. Das Ergebnis hält 6-9 Monate an; bei einigen Patienten kann es bis zu 12 Monate dauern. 1-2 Wiederholungen pro Jahr sind ausreichend. Bei wiederholten Behandlungen ändert sich die Regenerationsrate der Schweißdrüsen nicht – es gibt also keine Situation, in der „weniger benötigt wird“; der Patient lernt jedoch seinen Zeitplan gut und plant im Voraus (vor dem Sommer, vor wichtigen Ereignissen).
Die Hyperhidrose-Behandlung wird in der Türkei manchmal teilweise von privaten Krankenversicherungen übernommen. Bei Patienten mit schwerwiegenden Auswirkungen ist ein Antrag mit einem ärztlichen Bericht und einer medizinischen Begründung sinnvoll.
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