Definition von chronischer Migräne
Chronische Migräne ist definiert als das Auftreten von Kopfschmerzen an 15 oder mehr Tagen pro Monat über mindestens 3 Monate, wobei an mindestens 8 dieser Tage Migräne-Merkmale vorliegen. Diese Definition entspricht den Kriterien der Internationalen Kopfschmerzklassifikation (ICHD-3). Eine Erkrankung dieses Ausmaßes beeinträchtigt Arbeit, Sozialleben und Familienbeziehungen erheblich.
Die Behandlung der chronischen Migräne ist vielschichtig: Trigger-Management, Medikamente für akute Anfälle, präventive orale Medikamente (Topiramat, Propranolol, Amitriptylin), Anpassung des Lebensstils. Bei Patienten, die auf diese Maßnahmen nicht ausreichend ansprechen, kommen Botox- und CGRP-monoklonale Antikörper-Therapien zum Einsatz.
PREEMPT-Protokoll
Botox bei Migräne wird nach einem Standardprotokoll angewendet: PREEMPT (Phase III Research Evaluating Migraine Prophylaxis Therapy). Dieses Protokoll umfasst die Verteilung von insgesamt 155 Einheiten auf 31 Bereiche. Die Bereiche sind: Stirn, Schläfen, Hinterkopf, Nacken, Trapezmuskel. Diese breite Verteilung unterscheidet sich von ästhetischem Botox und zielt darauf ab, die Nervennetze in den Muskeln zu beruhigen.
Die Behandlung wird in Abständen von 12 Wochen wiederholt. Internationale Leitlinien empfehlen eine Bewertung des Ansprechens nach 3 Zyklen: Wenn die Anzahl der schmerzhaften Tage pro Monat um mindestens 50 % reduziert ist, wird die Behandlung fortgesetzt; wenn nicht, werden alternative Behandlungen in Betracht gezogen.
Klinische Notiz:Botox bei chronischer Migräne ist keine Behandlung, die ein ästhetischer Arzt eigenständig durchführen sollte. Zunächst muss die Diagnose von einem Neurologen gestellt, die medizinische Vorgeschichte ermittelt und die Indikation festgelegt werden. In meiner Klinik wende ich Botox bei Migräne nicht ohne Überweisung durch einen Neurologen an.
Nebenwirkungen und Erwartungsmanagement
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Schmerzen an der Injektionsstelle, Nackensteifigkeit, vorübergehende Zunahme der Kopfschmerzen (in den ersten 48 Stunden), vorübergehendes Herabhängen der Augenbraue oder des Augenlids. Die meisten davon verschwinden innerhalb von 1-2 Wochen. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten.
Das Management der Patientenerwartungen ist entscheidend. Die Frage "Wird meine Migräne vollständig verschwinden?" wird häufig gestellt. Die Antwort lautet: Das Ziel ist eine deutliche Verringerung der Häufigkeit und Intensität der Migräne; nicht die vollständige Eliminierung der Migräne. Für einen Patienten, der 180 Tage im Jahr Schmerzen hat, ist eine Reduzierung auf 60-90 Tage im Jahr eine Revolution in der Lebensqualität. Mit dieser realistischen Erwartung kann der Patient den Prozess gesünder bewältigen.
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