Schritt 1: Anamnese
Der erste Termin beginnt mit der Anamnese. Allgemeiner Gesundheitszustand, verwendete Medikamente, Allergien, frühere ästhetische Eingriffe, zahnärztliche Behandlungen, chirurgische Operationen – alles wird detailliert erfragt. Der Patient sollte keine medizinischen Details auslassen, nach dem Motto „Das behalte ich für mich, es ist nur eine Kleinigkeit“. Insbesondere Blutverdünner, Kortison, Immunsuppressiva und Hormontherapien sind entscheidend.
In dieser Phase wird auch die Familienanamnese besprochen. Wenn in der Familie neuromuskuläre Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen vorliegen, muss der Arzt dies wissen. Patienten verhalten sich oft nach dem Motto „Wenn er danach fragt, sage ich es ihm“; das ist falsch. Ein Thema, das der Arzt zu fragen vergessen hat, ist ein Thema, das der Patient von sich aus ansprechen sollte.
Schritt 2: Fotoanalyse
Wenn der Patient auf dem Stuhl sitzt, geht er nicht direkt vor den Spiegel, sondern in den beleuchteten Fotobereich. Es werden Standardfotos von vorne, von der linken und rechten Halbprofilseite und meistens aus dem Unterkieferwinkel aufgenommen. Die Fotos dienen als Referenz; sie werden zum Vergleich nach der Anwendung und in den folgenden Sitzungen verwendet. Keine ernsthafte Klinik beginnt eine Behandlung ohne Fotos.
Nach den Fotos wird vor dem Spiegel der „Mimik-Entspannungs-Test“ durchgeführt. Augenbrauen heben, Stirn runzeln, blinzeln, lächeln – jede Mimik wird einzeln bewertet. Welcher Muskel arbeitet zu viel, welche Mimik lässt das Gesicht am meisten altern, entsteht der Ausdruck, der den Patienten stört, wirklich durch den Muskel, über den er sich beschwert – all dies wird in dieser Phase bestimmt.
Was der Patient den Arzt fragen sollte
- Mit welchem Produkt arbeiten Sie? Kann ich die Verpackung sehen?
- Wie viele Einheiten planen Sie für mein Gesicht?
- Was sollte ich bei dieser Dosis erwarten, was nicht?
- Wann sollte ich Sie anrufen, wenn Nebenwirkungen auftreten?
- Wird ein Kontrolltermin in 2 Wochen vereinbart?
- Werden Sie diesen Eingriff selbst durchführen oder ein Assistent?
- Sind in der Klinik Notfallmaßnahmen (Hyaluronidase, Epinephrin) vorhanden?
Schritt 3: Planung und Erwartungsmanagement
Nach der Untersuchung erklärt der Arzt dem Patienten den vorgeschlagenen Plan: welche Bereiche, mit wie vielen Einheiten, in welcher Reihenfolge. Der Plan sollte ein Angebot und kein Rezept sein; der Patient sollte Fragen stellen und Alternativen hören können. Der Vorschlag „Lassen Sie uns alles auf einmal machen“ ist oft kommerziell, während der Vorschlag „Lassen Sie uns zuerst die Glabella machen und das Ergebnis abwarten“ ein klinischer Ansatz ist.
Das Erwartungsmanagement ist das Herzstück dieser Phase. Welche Linie vollständig verschwindet, welche Linie weicher wird, aber bleibt, in welchem Bereich eine unterstützende Behandlung für statische Linien erforderlich ist – all dies wird besprochen. Sätze wie „Dieser Eingriff verjüngt Sie um 10 Jahre“ sind ein Zeichen für mangelndes Vertrauen in die Klinik. Realistische Sätze sind kurz: „Diese Behandlung mildert die vertikale Linie zwischen Ihren Augenbrauen, sie ist im Ruhezustand nicht deutlich sichtbar. Bei Mimik wird sie wieder erscheinen, aber leichter.“
Klinische Notiz:Wenn ich von einem Patienten höre: „Gestern hat der Arzt in 10 Minuten entschieden und es sofort gemacht“, werde ich unruhig. Eine gute Entscheidung braucht Zeit; dass bei der ersten Konsultation kein Eingriff vorgenommen wird, ist kein Mangel, sondern ein Qualitätsmerkmal.
Schritt 4: Einverständniserklärung und Versionshinweise
Die Einverständniserklärung ist keine Bürokratie. Name des anzuwendenden Medikaments, Chargennummer, Dosis, Anwendungsbereiche, erwartete Wirkung, mögliche Nebenwirkungen werden einzeln aufgeführt. Der Patient muss das Formular lesen, seine Fragen stellen und unterschreiben. Eine Kopie des Formulars wird dem Patienten ausgehändigt.
Nach der Anwendung wird eine Karte ausgestellt: Datum, Dosis, Bereich. Diese Karte dient als Referenz für zukünftige Termine und ermöglicht es dem Patienten, seinen Zeitplan selbst zu verfolgen. Eine mobile App der Klinik oder ein WhatsApp-Erinnerungssystem ist ebenfalls nützlich, ersetzt aber nicht die Routine der Notizen.
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