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Bücher/Botox: Ein wissenschaftlicher Leitfaden/Platysma- und Nefertiti-Lifting: Die Jugend der Halslinie
Kapitel 1111 Min. Lesezeit

Platysma- und Nefertiti-Lifting: Die Jugend der Halslinie

Halsfalten und ein schlaffes Kinn lassen das Gesicht älter aussehen, als es ist. Platysma-Botox (Nefertiti-Lifting) unterdrückt die nach unten ziehende Wirkung des Halsmuskels und hebt die Kinnlinie an.

Hauptideen in diesem Kapitel

  • Das Platysma ist ein breiter Halsmuskel; wenn es sich zusammenzieht, zieht es die Kinnlinie nach unten.
  • Die Nefertiti-Technik ist nach der langen, ausgeprägten Kinnlinie der altägyptischen Königin benannt.
  • Es ist keine Alternative zum chirurgischen Facelifting, sondern eine Option für eine frühzeitige Intervention.
Profilden boyun ve çene hattı — platysma anatomisi
Bild:Die Halslinie ist der stillste Indikator für das Alter des Gesichts.· Unsplash (lizenzfrei)

Was ist das Platysma?

Das Platysma ist ein dünner, aber breiter Halsmuskel, der sich vom oberen Brustbereich bis zum Kinnrand erstreckt. Er übt eine abwärtsziehende Kraft aus – wenn er sich zusammenzieht, bewegen sich der untere Teil des Gesichts und der Hals nach vorne/unten. Bei angespannter Sprache, Stress und zunehmendem Alter nimmt die Aktivität des Platysmas zu, und die Kieferlinie wird von dieser abwärts gerichteten Kraft erfasst.

Gleichzeitig werden die beiden vorderen Stränge (mediale Bänder) des Platysmas mit dem Alter zu auffälligen „zwei Strängen“. Diese Stränge werden in der Mittellinie des Halses sichtbar und sind eines der häufigsten Beschwerden der Patienten.

Die Nefertiti-Lifting-Technik

Das Nefertiti-Lifting wurde in den 2010er Jahren von dem Dermatologen Anthony Benedetto beschrieben. Es beinhaltet die Injektion kleiner Dosen Botulinumtoxin entlang des oberen Randes des Platysmas und des Kinnrandes. Wenn der Muskel seine abwärtsziehende Wirkung verliert, hebt sich die Kieferlinie durch ihre eigenen Hebekräfte nach oben. Das Ergebnis: Die Kieferlinie wird definierter, und der untere Teil des Gesichts wird nach oben gestrafft.

Der Name der Technik bezieht sich auf die lange, ausgeprägte, elegante Kieferlinie in den Statuen der altägyptischen Königin Nofretete. Beim richtigen Patienten vermittelt das Ergebnis den Eindruck eines nicht-chirurgischen „leichten Facelifts“.

Für wen ist es geeignet, für wen nicht?

Geeignete Kandidaten: Patienten zwischen 35 und 55 Jahren, deren Haut ihre Elastizität nicht wesentlich verloren hat, die ausgeprägte Platysma-Bänder und einen leichten Verlust der Kieferlinie aufweisen. Bei diesen Patienten kann Botulinumtoxin allein dramatische Ergebnisse liefern. Ungeeignete Kandidaten: fortgeschrittenes Alter, übermäßige Hauterschlaffung, Erschlaffung nach erheblichem Gewichtsverlust. Bei diesen Patienten ist Botulinumtoxin unzureichend; ein chirurgisches Facelift oder Fadenlifting ist erforderlich.

Für ein realistisches Erwartungsmanagement des Patienten führe ich bei der Untersuchung einen „Finger-Lift-Test“ durch: Ich hebe die Haut unter dem Kinn leicht mit dem Finger an und zeige dem Patienten einen Spiegel. Dieser Test zeigt etwa 60-70% des Effekts, der mit Botulinumtoxin erzielt werden kann. Wenn der Patient mit diesem Effekt zufrieden ist, wird der Eingriff geplant; wenn er ihn nicht für ausreichend hält, werden andere Optionen besprochen.

Dosis und Injektionsschema

Die Gesamtdosis liegt zwischen 20 und 40 Einheiten. Entlang des Kinnrandes werden auf jeder Seite 4-6 Punkte mit 2-3 Einheiten injiziert, und in die Platysma-Bänder (vordere Stränge) werden beginnend am oberen Ende 3-4 Punkte mit 2 Einheiten injiziert. Die Injektion ist oberflächlich; eine tiefe Nadel kann die Schluckmuskeln (Digastricus, Geniohyoideus) beeinträchtigen.

Die Wirkung wird innerhalb von 2 Wochen sichtbar und setzt sich nach 3-4 Wochen vollständig ein. Das Ergebnis hält 3-5 Monate an – etwas kürzer als bei Botulinumtoxin im Gesicht, da das Platysma ein aktiv genutzter Muskel ist. Das Wiederholungsintervall beträgt in der Regel 4 Monate.

Achtung:Falsche Injektionen durch unerfahrene Hände können Nebenwirkungen wie Schluckbeschwerden, Stimmveränderungen und Asymmetrie unter dem Kinn verursachen. Die Platysma-Botox-Behandlung ist keine „Einstiegs“-Anwendung; die anatomische Erfahrung des Arztes bestimmt direkt die Sicherheit.